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Einer der häufigsten Irrtümer ist, daß ein Muskel durch bestimmte Übungen in seiner Form beeinflusst werden kann. Wer kennt nicht die These, daß Konzentrationscurls den Bizeps höher machen oder enges Bankdrücken gerade die innere Brust aufbaut. Letzteres soll hier einmal als Beispiel dienen.
Der Brustmuskel fängt vereinfacht am Brustbein an und endet am Oberarm als aktiver Komponente. Stellen sie sich in diesem vereinfachten Modell die einzelnen Muskelfasern als Gummibänder vor. Um den Muskel nun zum Wachstum anzuregen, muß er kontrahiert werden. Die Intensität der Kontraktion bestimmt die Stärke des Anreizes zum Muskelwachstums. Um die innere Brust gezielt aufzubauen, muß also dort ein größeres Muskelwachstum stattfinden, als in den anderen Bereichen der Brust. Hierfür müssten die Muskelfasersegmente in der Brustmitte nun stärker kontrahieren, als in den anderen Bereichen. Dieses ist aber nicht möglich. Versuchen sie einmal ein Gummiband an beiden Enden zu fassen, zu dehnen und dann in unterschiedlichen Bereichen stärker kontrahieren zu lassen.
Möglich ist hingegen, durch eine stärkere Kontraktion der oberen oder unteren Brustmuskelfasern gezielt den oberen oder unteren Brustbereich aufzubauen, wie sie durch verschiedene Schräglagen einer Drückerbank erreicht wird. Hier werden nicht einzelne Segmente der Fasern verstärkt belastet, sondern die oberen oder unteren Muskelfasern als ganzes.
Dieses Prinzip ist auf jede Körperpartie übertragbar.
Beispiel Bizeps: Sie können zwar in Grenzen verstärkt den inneren oder äußeren Bizepskopf belasten, aber nicht die Muskelfaserbereich in der Mitte des Bizeps zu einem größeren Muskelwachstum anregen. Der Effekt, der irrtümlich meist für das Wachstum der inneren Brust oder der Bizepshöhe gehalten wird, ist nichts wieder als ein Zunehmen der Muskelmasse oder eine gegebenenfalls gesteigerte Definition.
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